Geschichten, über Generationen getragen

Sagen und Mythen

Die Nacht des grauen Biests

Ein Jäger aus Goldfels erzählte in dieser Geschichte seine Beobachtungen rund um den goldfelser Regenwald. Aufgeschrieben durch einen Stadtschreiber der die Geschichten mit hörte.
"Vor dem großen Krieg, das Unheil das die Magie uns brachte, sah ich etwas meine Freunde. Ein Unheil, ein Monstrum, ein Wesen das vor Magie so strotzte. Ihr könnt euren Augen nicht trauen, wenn ihr es seht. Alles begann am Morgen wo die Söldner aus ihren Hütten geholt wurden. Sie mussten losziehen in den Krieg, mussten gegen diese Wesen antreten. Ich sah ihnen nach, mein Sohn war auch unter ihnen. Meine Frau betete, dass er heil wieder zu Hause ankäme. Als Held sollte er wiederkehren und unserer Familie Reichtum schenken. Im Augenwink’ sah ich vier Männer. Vater und seine zwei Söhne einer Bauersfamilie mit dem Boten der die Kriegsnachricht überbrachte. Eine zurückgezogene Familie, machten nie Ärger, sagten kein Wort. Doch man hörte laute Schreie. Eine mickrige kleine Frauensgestalt kam auf sie zu. Verkündete lautstark sie wolle mit in den Krieg ziehen und ihren Brüdern zur Seite stehen. Die Männer lachten. Was solle so ein schmales blasses Mädchen auf dem Schlachtfeld, hatten sie gesagt.
Ich sah eine Sekunde nicht hin und dort stand es. Ein riesiger wilder Hund mit grauen verfilzten Fell. Die Lefzen voller Blut und die Augen leuchteten in einem hellen Rot. Es war fürchterlich. Ich mag das Geschehene kaum wiederholen. Die Frau voller Furcht, wollte fliehen doch das Ungetüm biss ihr ins Genick. Das Knacken war schlimmer als alles Andere. Die zierliche Gestalt fiel zu Boden. Ihr Blut färbte das Bächlein rot. Das Biest, es fiel zu Boden. Es löste sich in einer Rauchwolke auf und hinterließ das graue Fell. Ich wollte hin zu dem Mädchen, die schlechte Nachricht ihren Eltern bringen doch dann regte sich das Fell. Es kroch zu dem Mädchen, legte sich auf es und dann geschah es. Wieder eine Rauchwolke und das Biest erneut da. Nur war die Gestalt des Mädchens fort. Das Biest sah auf den roten Bach, sah sich selbst an und ich schwöre bei all den Göttern. Der Schrei des Mädchens war in dem Heulen des Hundes. Ihr möget es mir nicht glauben doch ich sage die Wahrheit.
Bei all der Aufregung war es bereits Nacht geworden. Der Mond ähnelte einer Sichel, so wie die Bauern eine benutzen. Das Mädchen war zu der Bestie geworden und lief fort, raus aus dem Wald in richtung der Heimat. Ich folgte ihr doch sie war so schnell. Als ich ankam konnte ich nur die wütende Meute sehen die hinter der Hündin hereilte. Ich hörte von den Bauern, dass das Biest vor der Hütte ihrer Familie stand, gekratzt und gejault hätte. Die Menschen vertrieben es, die arme Seele die die Bestie holte. Ich höre jede Nacht, wo der Sichelmond am Himmel steht, ihr Jaulen, ihr Weinen, ihren Schrei. Manchmal sehe ich sie immer noch, wie sie in den Slums umherschleicht. Nicht nur ich sehe sie! Auch Andere sagen mir das sie oben auf den Dächern der Stadt klettert, sich auf die Spitze des Kirchturms setzt und ihr klägliches Lied heult. Diese unvergessliche Nacht nenne ich die Nacht des grauen Biestes ”.